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Über

Wenn Du etwas über mich wissen willst, bleibe ernst und laß es Dir genügen, daß ich ein Dichter bin.

Mit Dichtern ist es nicht anders als mit Fußballern. Es ist nicht die Liga: Ein Fußballer ist, wer einen Ball liegen sieht und kicken muß. Wer aber ein Wort spürt und singen muß, das ist ein Dichter.

Es kommt nicht auf Deine Meinung an, sondern auf Deine Begeisterung oder Enttäuschung (mußt Du mit nach Hause nehmen). Aber wenn Du selbst singen mußt, willkommen!

Ich bin begeistert von meinen Brüdern Jean Paul, Robert Walser, Georg Trakl und meinem Freund Homme des Lettres R.W., genannt Anton Abdecker. Und von meinen Schwestern Virginia, Sylvia Plath, Anne sexton und dem Mädchen X, das gerade in seiner Ecke hinauf zur Decke starrt und etwas fühlt, das nichts ist wie Hiphop oder Wagner oder Pimk Floyd, sondern etwas schon vorbei...

So laßt uns singen...

Alter: 66
 



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Blog

Eine Giraffe für Karl Lagerfeld

Pinke Giraffe vor dem Horizont

There is friction in the space between. Sometimes a lie is the best thing.
(frei nach Tracy Chapman-Telling Stories)

Welches sind Deine Träume, und: bleibst Du jetzt für immer bei mir? Ich erwache aus einer sommerlichen Ermüdung in einem geschäftigen Herbst.

Blau tagt der Tag. Die Blätter zittern im Wort des Windes Ewigkeit. Die Einmaligkeit des Lebens singt im Ratschen der Rollläden, im Schimpfen der erschreckten Amsel, im Aufprall des faulen Apfels, im Brausen der Autos und in der Erlösung der in mich einströmenden Luft.

Damals sagte das Licht zu mir: Geh in das Leben. Es ist schön. Ich glaubte, gemeint sei Zukunft .
Ich sehe den 11. September. Im Schrecken des Menschen Wert und Welt.

Die Lichtstreifen im Himmel drehen sich umeinander, ineinander. Aus dem Wald schimmert die grüne Höhle Deiner verborgenen Wünsche aller liebenden Gemeinschaft. Von den Baumwipfeln senkt sich der Frieden aus Giraffenaugen. Golden glitzert es auf dem rosa Leib.

Dann geht Ihr Hänsel und Gretel in die Landschaft hinaus. Am Fluß wartet der sanfte Elefant auf die Elenden der Welt. Und Jesus bricht das Brot, und Rosa Luxemburg streichelt den blutenden Ochsen.


Eine Mutter fährt ihr Spielzeugkind zur Schule. Das wird mal ein guter Roboter, der seinen Erfinder überwindet. Ein Hund bellt aus dem Haß eines unterdrückten Herrenmenschen.
Der Elefant macht einen Paradigmenwechsel, der Kanzler legt sein Bio-top ab, greift ins Hack mit Zwiebel und macht wieder auf 68. Die Supergebärende von 59 geht zurück in den Brutkasten, das Management in den Bierpool, Universal soldiers des Kartells. All diese Betriebswirtschaftsnudeln: Vom Schreibaby zur Bollywood-Schachtel.


Ich liebe pinke Giraffen und ihre Freunde in Barbie-Grün. Sie studieren Sozialarbeit und aus ihren Handtaschen lächelt verschmitzte Betriebswirtschaft. Mit 40 bricht plötzlich das Ich aus, die Körperpflege und das Lesen von Romanen. Ferne Welten, ersehnte Lieben aus der Haut einer rosa Giraffe.

Ein Rudel Spielzeugkinder hüpft vorbei in die Frühherbstsonne. Großeltern träumen unzutreffendes Glück der Erinnerung unter Kinderhimmeln. Der Kaffee löscht Bitterkeit in süßer Bitternis. Feucht glänzt in der Sonne eine Unterlippe pink. Welches waren die Küsse?

Oozabfd iis! -, es kracht wie Knochen. Der Himmel bekommt einen fürchterlichen Riß im Display.

Die Heimat der Götter versinkt in einem Lichtermeer. Eva in der Wanne vom goldenen Wasserhahn spürt das Einströmen der Reiselust ins Rentenalter, als ein Post-68er Trockenstraus auf dem vergessenen Barocktischchen einer vom Wort des Windes Ewigkeit ausgedörrten Liebe auf den ersten Blick. Die pinke Giraffe beugt sich vom Horizont herab, Dich küssend zu erlösen.

Alles wird gut: Gott schlägt Boris Becker im Dritten Satz 3:0. Deutlich ist sein Faltenhals zu erkennen. Yasunari Lagerfeld kommt wieder in den 68ern an. Das Verfassungsgericht sagt okay zum Pferdezopf eines selbst sein wollenden Polizisten.

Der Sikh rollt seinen Turban aus. Brauchtum hat auf der ganzen Welt einigen Geruch. O Zillertal, O Taliban!

Der Schlagersänger bemerkt, dass der Weg zum Regenbogen durch das Tal der Einsamkeit führt. Er bietet der mehr und öfter weniger schönen Bier und Wein auf dem Sofa. Sie hat natürlich gemerkt, dass er auf einen vergrabenen Goldtopf spekuliert und von der Einsamkeit Meer verschlungen werden wird. Sie läßt sich sein Schmeicheln und faules Streicheln gern gefallen und schickt ihn, bevor er sich in weichen Pfühlen beweisen muß, zurück in die Hitparade.

Die pinke Giraffe hat einen 3-Tage Bart. Sie möchte die Autoschlange vergessen. All diese japsenden Blicke, all diese Rottweiler und Genuß ins Genick beißenden Katzen auf dem Weg zum Autoschalter des Schlachthauses. Party und Lynchparty der wunschlos glücklichen vom Wiener Schnitzel. Und sie fragt sich mit Virginia: Gibt es Geschichten?

Hinter den Wolken das Antliz der barbie-grünen Schwester. Und hinter ihren Flügeln vom Traum plötzlich der Elefant.

Die rosa Giraffe beugt ihren Kopf herab in Deine Tränen, meine kleine Schwester vom Rand der Wüste, die kein Medikament rettet, weil der Forscher in die Abrechnung statt ins Mikroskop guckt.



An den Blättern zeigen sich erste Verfärbungen. Rot. Rot blühen die Rosen am Strauch. Rosa wiegen sich die feinen Blüten der Mimosa Jerusalematis. In den Grüßen der Menschen liegt wieder Wahrhaftigkeit.

Die Ouse rauscht auf. Aus den Wellen ragt der Kopf einer Giraffe von pink.

"Und dann kriegste 20 Millionen, brauchste nie mehr arbeiten." Lege Deine Schuld in einen brennenden Tränenfluß und gehe nackt dem Wind des Atahualpa Yupanqui entgegen.

Der Bademeister im DP-Camp Föhrenwald stellt sich als SS-Mann heraus.

In der Scheibe des Regenschutzes, -edel gibt sich der Mittelstand- sehe ich mein gelbliches Gesicht. Wie lange noch? Ich rede fern am Telefon von meinen Erfahrungen als Kämpfer gegen die Entwerter und gegen die Mißbraucher von Macht. Von Mißerfolg und manchem Gelingen. Von Fehlern und Schuld, von Reue.

Du bist schon auf dem Weg. Du hörst zu, aber Du sagst auch das Eigene. Froh höre ich in Deiner Stimme Zaghaftigkeit und die Absicht, sie zu überwinden, Sensibilität und den Wunsch, sie Dir nicht nehmen zu lassen. Ich höre den Rhythmus des Herzens, der durch die eine Seite des Flusses Mensch klingt. Singe auf unserer Seite des Chores.

Du aber halte weiter fest die andere Sehnsucht nach eigenem Raum für Dich und all die Freien, auf den Wanderungen der Freien. Lass uns das Leben springen sehen unter der Sonne, im Regen und zu den Sternen...

Du schließlich schütze es, so gut es geht, und Achtsamkeit gewähre Dir Unterstützung, vor den Schrecken von Unglück und Schicksal! Ich wünsche Dir aufmerksame und fröhliche Nachbarschaft, Verläßlichkeit für Vertrauen im Chaos Leben.

Ich höre das Lachen der Macht. Ich atme die Luft der Freiheit. Die Liebe berührt meine Sehnsucht. Eros aber verschlingt mich.

An der Schneewand des Yasunari Kawabata erwache ich. Es glitzert von tausend winzigen Stichen aus Reflexen des Sternenlichts.

Ich nehme Deine Hand und lege sie in die des sanften Elefanten. Dunkel erhebt sich sein Schatten aus Deinem Vertrauen. So gehst Du vor ihm ins Tal. Es duftet nach Blüten, Früchten und einer verborgenen Ecke Kindheit. Dort warst Du frei. Dort wirst Du Teil sein von Freiheit und Gemeinschaft der Menschen.

Kehre zurück in die Sehnsucht vom Ursprung her. Auch ich fühle es.

Pinke Giraffen versammeln sich an einer Wasserstelle mitten im Horizont. Eine Herde Elefanten gesellt sich dazu. Friede erhebt sich aus Afrika.

Eine pinke Giraffe für Karl Lagerfeld.- Und Dich.

13.09.08 Klaus Wachowski
13.9.08 21:04


Gärten im Oktober


In den G?rten erscheinen die Spinnennetze schwer von Nebeltropfen. Schwebend zwischen Zweig und Zweig. Der Druck auf der Brust sagt: "Wie lange?" Der Arzt sagt:" Ach was!"
Lila und blaue Bl?ten, auch rote. Und B?schel von gelben mit braunem Auge. Ich sehe. Ich gehe durch ein Paradies von Farben und Stille. Die Erde duftet nach Herbst. Ich darf es erleben (Du musst es nicht lesen).

Heute ist kein sch?ner Tag zum Sterben. X aber mu? es erleiden. Und in Mittelasien hat der Tod all das erschlagen.
Warum gibst Du, was Du nimmst?- Mancher wirft es Dir mit einem ver?chtlichen Lachen vor die F?sse, mancher l?sst es einfach liegen, bis Du es abholst. Wer es aber achtet, dem rei?t Du es wieder aus den H?nden.

Frau D klappert an der Haust?r mit etwas, das mich an einen Kohle-Eimer erinnert. In der Hand halte ich die Obdachlosenzeitung "P". E?s Gesicht ist dort abgebildet, noch im strahlenden Sonnenschein. Heute kriecht ihm vielleicht der Nebel einer kalten Kindheit in den Parka. Kein guter Tag zum weiterziehen. Zuviel Erinnerung. Der Sinn des Lebens?

Die Stille des Morgennebels umschlie?t mich. Etwas sagt: "Dies bist Du!" Und auch das Schweben von Spinnweben zwischen den Zweigen. Eintrocknende Bl?ten in leuchtender Farbe und Duft von feuchter Erde. Dazu ein Ger?usch von einem werkelnden Menschen. Das Wissen um die Sonne ?ber den Nebeln und um die Hoffnung in den Herzen.

Aber die Freude daran, das Erstaunen, kommt aus dem Gedanken an ein Du. An dieses.-
Wie lange?-
Ach was!
Klaus Wachowski 09.10.05
15.12.05 21:17


Layla

*
Sie befinden sich im Wohnbild W 10 an der Kundentoilette und probieren gerade die Liege ?Toskana 2000? aus. Aus der Sushi-Bar drin-gen kluge Gespr?che her?ber. Eine M?nner-stimme ruft ?rgerlich: ?Layla, jetzt komm!?

Eine El-Kaida Schablone spaziert durch Lon-don. Sie saugt das Leiden der Menschen ein und sp?rt etwas von behaglicher Schl?frigkeit. Das Werk ist getan, nun kommt der Gottes-dienst. Sie kostet etwas von der ?ngstlichkeit der Gl?ubigen und von der Wut des Imam. ? Ihr werdet mir noch zujubeln!?, denkt sie bei sich und spendiert ein gr??eres Almosen aus den Hass-Kollekten Mittelasiens. Gott f?hlt sich beschmutzt und der Prophet versp?rt ei-nen starken W?rgereiz. Seiner Mutter wurde bei dem Anschlag ein Arm abgerissen.

Ach, Hallo! Da kommt ja die Schablone Hitler angesegelt, mit der vom System Stalin im Schlepptau. Das gibt einen dreifachen Mono-log ?ber den Trafalgar-Square weg. Die Ge-sichter der Vor?bereilenden sind pl?tzlich grau von ausgel?schten Gedanken.

Eine Cafehaus- T?r schl?gt zu. Mrs. Dalloway tritt heraus. Das Rascheln ihres dezent altmo-dischen Rosenkleides zersplittert die unter dem Pressen der Weltanschauungen gefrorene Stille. Und pl?tzlich schl?gt die Glocke vom Big Ben. Die von Ekel und Trauer erf?llten Gedanken von Mrs. Dalloway fliegen auf in der Schar der nun befreiten Gedanken der Weitereilenden.

?Ich darf den Kopftuch-Fanatikern nicht nach-geben!?, denkt der Imam. -Inshallah!- Ein in-discher Polizist winkt eine Pit-Bull-Glatze weiter und ruft seine Kindheit auf. ?Wie konn-te ich nur dem Hass dieser Hindufanatiker auf den Leim gehen?? Boris winkt ihm vom Bus aus zu: ?Shame! Jetzt werden wohl erst mal wieder die Einpeitscher die K?pfe verseu-chen!?-

Ein Liebesbrief fliegt auf. Eine wilde Sehn-sucht hat ein eingeschlummertes Herz hochge-rissen. Jetzt klagt sie ?ber ihre Liebe: ?Ach, ich wollte nur noch leben. Jetzt muss ich sterb-lich lieben!?- Um den Umschlag herum flat-tern die Schatten eines grinsenden Stammti-sches und die Sorgen misstrauischer Kinder und Enkel. Das Gedicht eines 14-j?hrigen hebt zaghaft ein Bl?ttchen aus der Pflaster-Rinne. Bevor der Alltag es zerquetscht, leuchtet es in ?berirdischer Sanftheit. Hast Du es gesehn? Nachrichten vereinen ihr Rascheln aus den Vorurteilen der Welt zu einem irritierenden Hintergrundbrausen zusammen und in das Tr?umen, das sich unversehens in einer lesen-den Seele verfangen hat schl?gt das Lachen aus den Wohnst?tten der Plattheit seine N?gel, in Golgatha erprobt.

Mit einem sp?ttischen L?cheln gehen die Schablonen auseinander in alle Weltgegenden. ?Where shall we three meet again??-

Aber Mrs. Dalloway ist aus der T?r getreten und hat den Tauben aus allen Gegenden der Welt Sanftmut gestreut und Sorge f?r den Tag und F?hlen und Gedichte. Sie erheben sich schwer, fliegen h?her und h?her. In dem Schwarm l?st sich langsam die bange Frage einer Mutter auf: ?Was wir nur aus Dir?? Um-klammert vom Weinen eines verlassenen Kin-des. Die Trauer steigt bis zu den Sternen.

Der Imam gibt dem M?dchen das Kopftuch zur?ck. ?Layla!-Leuchtende Layla, willst Du es Dir nicht noch einmal ?berlegen??

10.07.2005 Klaus Wachowski
10.7.05 19:55


Textlastig 2

Noch gestern drückte Dich die Sehnsucht nach dem Wort,
heut trägst Du leicht und froh Virginias Stein;
nun schmerzen keine Farben mehr,
noch der Gesang von Vögeln, Menschen.
Die Tage kreischen nur noch in der Ferne,
schon spürst Du kühl die erste Welle
und ernst umarmt Dich Bruder Tod.

So schlafe wohl nach zuviel Lust und Leid,
sinke ein in Deinen neuen Morgen;
von Hoffnung frei und frei von Sorgen;
von Nacht zu Nacht spannt sich das Wunder Wort.

3.7.05 Klaus Wachowski
4.7.05 21:00


Juni 2005

Blau in Gr?n
lastende Stille.
Vogel fliegt stumm,
der Weg f?hrt hinab
ins Warten.
Z?h tropfen die Gedanken
in die Schatten,
verloren.

Blau in Gr?n
zerschmelzende Zeit,
Augenblick
des Lassens.


Klaus Wachowski 20.06.2005

20.6.05 21:58


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