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Über

Wenn Du etwas über mich wissen willst, bleibe ernst und laß es Dir genügen, daß ich ein Dichter bin.

Mit Dichtern ist es nicht anders als mit Fußballern. Es ist nicht die Liga: Ein Fußballer ist, wer einen Ball liegen sieht und kicken muß. Wer aber ein Wort spürt und singen muß, das ist ein Dichter.

Es kommt nicht auf Deine Meinung an, sondern auf Deine Begeisterung oder Enttäuschung (mußt Du mit nach Hause nehmen). Aber wenn Du selbst singen mußt, willkommen!

Ich bin begeistert von meinen Brüdern Jean Paul, Robert Walser, Georg Trakl und meinem Freund Homme des Lettres R.W., genannt Anton Abdecker. Und von meinen Schwestern Virginia, Sylvia Plath, Anne sexton und dem Mädchen X, das gerade in seiner Ecke hinauf zur Decke starrt und etwas fühlt, das nichts ist wie Hiphop oder Wagner oder Pimk Floyd, sondern etwas schon vorbei...

So laßt uns singen...

Alter: 66
 



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Der Hof des Kindergartens


Der Hof des Kindergartens
totenstill.
Einsam und b?se
das Summen der Biene.
Schatten vom Grab,
Blatt,
flirrendes Licht.

Fliegen tanzen,
in einem Duft von Verwesung
wild steigend und st?rzend.

Aus dem Nichts
ins Licht
ins Nichts
tr?umst Du und gehst Du,
Sehnsucht und Angst.

23. Mai 05 Klaus Wachowski
29.5.05 17:58


Gigantomanie des Gedenkens

(Wahn Berlin)

Pomp und Prunk in Feier, Wort und Weihe,
waren denn diese nicht wie Du und ich?-
Und dann ein Requiem f?r Honorable!

Ja, auch zu Ehrende wurden zertreten von den Killern,
vom Schl?chter, den die Mob verehrt.
Du aber, nicht der Ehre wert, nur froh des Lebens:
Was h?rst Du wohl in all dem Ah und Oh?

Den Namen nicht, nicht Gott noch Ich,
kein Du von Bruder, Schwester, Freund.-

Ein Beifall schneit aus dunkler Pracht.
Von schwerer Geste wie beschwingt
Erheben sich die prall gef?llten Reden.
Dr?hnendes T?nen, dann Gedenken,
wo sich ein Ehren Ehre schafft.

Musst Du es h?ren, Schwester, Bruder?
Du hast doch nur gelebt, geliebt,
und wurdest nur gemordet.-
Nimm hier mein Schweigen
von blo?er Ohnmacht,
Achtsamkeit.

Klaus Wachowski 10.05.2005
14.5.05 14:38


Putzen

Grit steht am Fenster. Um ihren K?rper changieren die Lichtstrahlen meiner Erinnerung.

Ich spr?he Essigreiniger auf den Wasserhahn, wische feucht und trocken nach. Es gl?nzt.

Wie fest packten die Finger zu, als sie ihn zum ersten Mal ?ffneten! Heute liegen sie nur wie fl?chtig auf dem Hebel. Ich sehe den Kalkrand nicht mehr im ?rger verlorener Freizeit, sondern in der Zufriedenheit eines bald beendeten Werks.

Grit sieht durch unser Haus hindurch in das Gesicht ihres Freundes, in ein Leben, das in einem gl?sernen Fahrstuhl langsam einen B?ro- und Appartement-Turm hochf?hrt. Die Welt wird weit unter einer aufsteigenden Sonne. Dieses Aufsteigen und Hinausschauen hat etwas vom Gl?ck des Fliegens. Vom Aufl?sen einer Wolke im Blau.

Ich spr?he den problematischen Rand des WC ein. Dann stelle ich die Klob?rste ins Wasser. Auch den Wasserrand bespr?he ich. Rasch schlie?e ich die Deckel vor dem ?tzenden Geruch. Ich ?ffne das Badfenster, sehe das Gelb der Forsythie, die rosa Bl?te der Rotbuche im Gr?n des Rasens. Ein Gl?ck wie vom Duft der Kindheit.

Hinter Grits Haus weht die lange Fahne einer vergessenen Klopapierrolle, wie ein Rest ihrer M?dchenscherze zur Hexennacht. Sie sieht zur?ck in jene Tage.

Mit wie viel Freude und Wehmut dachte ich in einem von Ernst grauen B?ro an die Stunden, die meine Kinder eben im Kindergarten verbringen durften - oder mussten. Und in die albernen Wichtigkeiten des Gesch?fts, in das Verlangen nach Anerkennung meiner Arbeit mischte sich st?rend die fr?hliche Sehnsucht nach Euch.

Hat sie ?hnliches oder Anderes als wir erlebt in dieser Anstalt des falschen Gl?cksversprechens, ohne die wir den Mut und die Hoffnung zu unseren sp?teren schweren Wegen kaum aufgebracht h?tten? Irgendwo war da doch immer ein aufmunternder Blick, ein tr?stendes Streicheln oder wenigstens ein M?rchen davon.

Wie oft sehen Eltern ihre Kinder wirklich an? Aber oft genug auch erkennen beide einander in einem Raum von Freude.

Ich wische den mit Fett und Seiferesten verklebten Staub von Haarspray-Dosen, Parfum-Flaschen und Duftkerzen-Gl?sern. Ach: Das habe ich Dir doch zum Geburtstag geschenkt!- Da waren wir noch in den Vierzigern. Wie sah die Haut auf meinem Handr?cken wohl damals aus? Und wem kann ich nur f?r ein Alles in Allem schlie?lich doch erf?lltes Leben mit Dir und Allen und Allem danken? Es ist mir richtig peinlich. Aber ich glaube, ich beginne zu glauben. Und das trotz pl?tzlich ausbrechenden Papstkult.

Wer war noch Deine liebste Freundin, Grit, mit der Du die Stra?e entlang in den Sonnenaufgang einer heimlichen Liebe gingst? Klopfte Dir das Herz bis zum Hals, als Du Dir das unglaubliche Ding Kuss vorstelltest? Oder wolltest Du es rasch hinter Dich bringen, um rascher zu Barbies Party zu kommen? Und immer noch sagte das Leben: ?Komm, ich bin schon da!?

Jetzt stehst Du am Fenster, schaust halb mir beim Putzen zu, wachst halb Du ?ber Eltern und Freund. Und w?hrend ich das Wasser weg sch?tte, h?re ich die Musik aus dem Film ?Amelie?. Und denke: Wie gering ist doch die Macht des Todes gegen die der Erinnerung!

09.04.2005 Klaus Wachowski
19.4.05 19:36


Was ist Wahrheit?

Was wei? ich wohl,
als dass ich lebe
und also sterben werde,
so auserw?hlt
zu Freude und zu Leid?

Ich wei? auch,
dass Du da bist,
und ich Dich liebe
und Dich verlieren werde,
also leben will mit Dir.
Bis dass der Tod uns scheidet
oder Lust.

Ich wei?, es ist ein Wunder,
ich wei?, ich will es achten,
ich wei?, ich freue mich,
ich wei?, ich muss wohl leiden.

Was wei? ich schon,
dass ich davon auch singe,
au?er dem einen,
dass ich singen muss?-
Ob Leben, Sterben mir gelinge?
Lass es mich singen:
Im ersten Schrei,
im Kuss!

10.04.2005 Klaus Wachowski
10.4.05 22:21


Buchstaben werfen

Eine L?ge hei?t: Lebenslanges Lernen.

Ich werfe die Buchstaben hoch in die Luft, l?se mich auf. Die Welt l?st sich auf. Die Sch?pfung beginnt neu.

?lter werdend werde ich unwissender.
Ich lerne: da ist nichts zu lernen als Verwunderung.
Und auch sie kommt von selbst.

Sokrates erkennt das nicht zu Erkennende: Nichts.

Was die Rechnungspr?fung des Lebens betrifft, so wei? ich nat?rlich mehr als Andere und weniger als andere Andere.

Was aber das Leben selbst angeht, wei? ich immer weniger und weniger, von dem, was das Nichts ist und wie. Von dem ich nichts wei? und immer st?rker f?hle: Wunder.

Zuzeiten sage ich ?Liebe? ? hilflos, ahnungslos. Zuzeiten sage ich ?Leben?. Aber die Buchstaben l?sen sich auf in ein Fragezeichen.

18.3.05 Klaus Wachowski
20.3.05 20:37


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