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Layla

*
Sie befinden sich im Wohnbild W 10 an der Kundentoilette und probieren gerade die Liege ?Toskana 2000? aus. Aus der Sushi-Bar drin-gen kluge Gespr?che her?ber. Eine M?nner-stimme ruft ?rgerlich: ?Layla, jetzt komm!?

Eine El-Kaida Schablone spaziert durch Lon-don. Sie saugt das Leiden der Menschen ein und sp?rt etwas von behaglicher Schl?frigkeit. Das Werk ist getan, nun kommt der Gottes-dienst. Sie kostet etwas von der ?ngstlichkeit der Gl?ubigen und von der Wut des Imam. ? Ihr werdet mir noch zujubeln!?, denkt sie bei sich und spendiert ein gr??eres Almosen aus den Hass-Kollekten Mittelasiens. Gott f?hlt sich beschmutzt und der Prophet versp?rt ei-nen starken W?rgereiz. Seiner Mutter wurde bei dem Anschlag ein Arm abgerissen.

Ach, Hallo! Da kommt ja die Schablone Hitler angesegelt, mit der vom System Stalin im Schlepptau. Das gibt einen dreifachen Mono-log ?ber den Trafalgar-Square weg. Die Ge-sichter der Vor?bereilenden sind pl?tzlich grau von ausgel?schten Gedanken.

Eine Cafehaus- T?r schl?gt zu. Mrs. Dalloway tritt heraus. Das Rascheln ihres dezent altmo-dischen Rosenkleides zersplittert die unter dem Pressen der Weltanschauungen gefrorene Stille. Und pl?tzlich schl?gt die Glocke vom Big Ben. Die von Ekel und Trauer erf?llten Gedanken von Mrs. Dalloway fliegen auf in der Schar der nun befreiten Gedanken der Weitereilenden.

?Ich darf den Kopftuch-Fanatikern nicht nach-geben!?, denkt der Imam. -Inshallah!- Ein in-discher Polizist winkt eine Pit-Bull-Glatze weiter und ruft seine Kindheit auf. ?Wie konn-te ich nur dem Hass dieser Hindufanatiker auf den Leim gehen?? Boris winkt ihm vom Bus aus zu: ?Shame! Jetzt werden wohl erst mal wieder die Einpeitscher die K?pfe verseu-chen!?-

Ein Liebesbrief fliegt auf. Eine wilde Sehn-sucht hat ein eingeschlummertes Herz hochge-rissen. Jetzt klagt sie ?ber ihre Liebe: ?Ach, ich wollte nur noch leben. Jetzt muss ich sterb-lich lieben!?- Um den Umschlag herum flat-tern die Schatten eines grinsenden Stammti-sches und die Sorgen misstrauischer Kinder und Enkel. Das Gedicht eines 14-j?hrigen hebt zaghaft ein Bl?ttchen aus der Pflaster-Rinne. Bevor der Alltag es zerquetscht, leuchtet es in ?berirdischer Sanftheit. Hast Du es gesehn? Nachrichten vereinen ihr Rascheln aus den Vorurteilen der Welt zu einem irritierenden Hintergrundbrausen zusammen und in das Tr?umen, das sich unversehens in einer lesen-den Seele verfangen hat schl?gt das Lachen aus den Wohnst?tten der Plattheit seine N?gel, in Golgatha erprobt.

Mit einem sp?ttischen L?cheln gehen die Schablonen auseinander in alle Weltgegenden. ?Where shall we three meet again??-

Aber Mrs. Dalloway ist aus der T?r getreten und hat den Tauben aus allen Gegenden der Welt Sanftmut gestreut und Sorge f?r den Tag und F?hlen und Gedichte. Sie erheben sich schwer, fliegen h?her und h?her. In dem Schwarm l?st sich langsam die bange Frage einer Mutter auf: ?Was wir nur aus Dir?? Um-klammert vom Weinen eines verlassenen Kin-des. Die Trauer steigt bis zu den Sternen.

Der Imam gibt dem M?dchen das Kopftuch zur?ck. ?Layla!-Leuchtende Layla, willst Du es Dir nicht noch einmal ?berlegen??

10.07.2005 Klaus Wachowski
10.7.05 19:55
 


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